Kaffee WorpswedeHoetger, einer der bedeutenden Bildhauer des deutschen Expressionismus, entwarf 1925 das Kaffee Worpswede – ein backsteinernes Gesamtkunstwerk mit überraschenden Rundungen, geschwungenen Balken und einem Gastraum, in dessen Mitte die Weltenesche aus der nordischen Mythologie emporsteigt.
Das Gebäude war nicht nur als Kaffeehaus gedacht, sondern bot Raum für Kunst, Ausstellungen und Begegnungen – die Worpsweder Bevölkerung quittierte die ungewohnte Architektur mit dem liebevollen Spitznamen „Kaffee Verrückt". Kurz darauf ergänzte Hoetger das Ensemble durch die Große Kunstschau, die gemeinsam mit dem Kaffee und dem heutigen Sitz der Kulturstiftung ein einzigartiges Ensemble auf dem Weyerberg bildet.
Heute gilt das Kaffee Worpswede als eine der bedeutendsten expressionistischen Backsteinarchitekturen Deutschlands - und ist nun wieder in seiner ursprünglichen Gestalt erlebbar: Freigelegte Deckenmalereien, die wiederhergestellte hintere Terrasse mit den originalen zehn Moorfrauen und der wiedereröffnete Durchgang zur Großen Kunstschau lassen erahnen, was Hoetger einst vor Augen hatte.
Nach der mehrjährigen Restaurierung ist das Kaffee Worpswede wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.