Wassermühle Ruschkamp

Die Mühle ist urkundlich seit 1620 nachgewiesen, ihr Baujahr unbekannt; ab 1662 bis heute im Besitz der Familie Wehmann. Zunächst für einen Mahlgang gebaut, erhielt sie 1848 einen zweiten Schäl- und Weizengang. Das Quellwasser aus dem Osterholzer Geestrand floss so reichlich, dass der Mühlenteich kaum gebraucht wurde. Das Antriebswasser floss durch ein freistehendes Gerinne auf das Wasserrad (früher vier, seit 1977 fünf Meter Durchmesser). Vor Eindeichung der Flüsse in der Hammeniederung kam das Rad bei hohem Wasserstand der Hamme zum Stehen. Mahlgäste waren Scharmbecker und Lesumstoteler, die Windmühlen in Osterholz oder Scharmbeck weit genug entfernt, sodass kein Streit um Mahlgäste entstand. 1896 war der Mühlengraben lange nicht geräumt worden und überflutete „bei anhaltendem Mahlen“ die Weiden der Unterlieger. Ein Kontrakt von 1686 verpflichtete den Mühlenbesitzer zur Reinigung, den Unterlieger, hierfür „ein Verthgen Bremer Bier ins Haus über die Schwelle zu liefern“. Bier dieser Art gab es nicht mehr, zudem war diese Leistung durch die Zahlung von drei Mark abgelöst. Die Witwe Wehmann, damals Eigentümerin der Mühle, bestand dennoch auf dem „Verthgen“. Der „Fußgendarm“ protokollierte, es handele sich um die Befriedigung einer Laune, da die Witwe sich mit dem Unterlieger nicht gut stehe, und empfahl behördliches Einschreiten. 2002 wurde die Mühle mit Hilfe des Landkreises Osterholz saniert.

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Wassermühle Ruschkamp
Osterholz-Scharmeck Scharmbeckstotel

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