Grizz - Tour 4

Mit Geheimtipps ist es so eine Sache. Man will diese Orte am liebsten ganz für sich, ist aber quasi gezwungen, Leuten davon zu erzählen, weil sie so beeindruckend und schön sind. Bei meiner Reise ins Teufelsmoor war ganz besonders das Hamberger Moor ein solcher Ort für mich. Viele der spektakuläreren Szenen sind dort entstanden, heute nehme ich euch mit dorthin, wenn ihr wollt.

Zum Ausgangspunkt gelangt ihr über die B 74 von Osterholz-Scharmbeck kommend in Richtung Hambergen. Ihr folgt rechts der Wegweisung Richtung Heilsdorf. Die Straße führt euch über den Geesthang ins Moor. Dort, wo sie in einen Sandweg, den Hamberger Damm, übergeht, müsst ihr das Auto stehen lassen und zu Fuß weiter zum Startpunkt gehen. Mit dem Fahrrad kommt ihr hier aber weiter. Es geht vorbei an einigen Moorseen, wiedervernässte Torfstiche, über denen ihr mit etwas Glück Libellen tanzen sehen könnt. Der eigentlich schnurgrade Weg macht eine kleine Rechtskurve. Hier geht es los. Folgt rechts dem schmalen Pfad ins Landschaftsschutzgebiet, der Heimat von fleischfressenden Planzen und Giftschlagen. Der Sonnentau kommt hier vor, wie auch die einzige in Deutschland verbreitete Giftschlage, die Kreuzotter. Angst muss man vor Ihr aber nicht haben. „Stay as calm as possible“ – Bleib so ruhig wie möglich, mein Tipp bei der „Versunken-im-Moor-Szene im Film, gilt auch hier. Begegnungen mit der Schlange sind zudem äußerst selten. Meine Durchquerung des Moores Richtung Westen, die nach Lebensgefahr aussieht, wurde hier im Hamberger Moor gedreht. Natürlich haben wir es gefährlicher aussehen lassen, als es wirklich war. Wenn es wirklich gefährlich geworden wäre, wäre ich vom Team am Seil wieder aus dem Moor gezogen worden. Allerdings rate ich niemandem den Selbsttest. Gefäahrlich ist es nämlich wirklich. Dass man komplett versinkt, ist eher unwahrscheinlich bis unmöglich, wegen der im Moor herrschenden Dichteverhältnisse. Allerdings gibt’s die Sogwirkung tatsächlich. Wenn man sich aus eigener Kraft nicht befreien kann, wird der Kopf über der Wasserlinie bleiben. Und dann bekommt man im Wortsinn „kalte Füße“. Im Moor herrschen besondere physikalische Bedingungen. Selbst im Hochsommer kann die Temperatur in der Tiefe nahe dem Gefrierpunkt sein. Also: Du versinktst nicht, aber du erfrierst. Bad luck, Dude. Viele weitere Szenen, von der Kopfschmerzbehandlung mit Weidenrinde bis zum Wanken auf dem Schwingrasen sind hier entstanden und ihr werdet die Orte entlang des Weges leicht ausfindig machen können.

Diese Tour ist nicht beschildert, aber ihr könnt sie hier runterladen oder euch einfach auf der Karte anschauen. „Grizz Barbecue – Versunken im Moor“ heißt die Tour, die ich für euch gepostet habe. Ihr findet wieder eine Kartendarstellung und Satellitenansichten, sowie einen GPX-Track zum Download für euer Outdoor-GPS oder das Smartphone. In diesem sensiblen Bereich ist es besonders wichtig, auf den Wegen zu bleiben. Wer sich hier ohne Karte querfeldein durchschlägt, hat einen Biss von der Kreuzotter verdient, wenn ihr mich fragt.

Schon mal vom Gagelstrauch, der Glockenheide oder der Rauschbeere gehört? Um ehrlich mit euch zu sein: Dinge, von denen ihr keine Ahnung habt, werdet ihr auch nicht wahrnehmen. Und im Hamberger Moor gibt es so viel um euch herum zu entdecken, dass ich euch die Teilnahme an einer geführten Tour empfehle. Niemand kennt sich hier besser aus als die Gästeführerin Sigrid Grimsehl. Ihr könnt ihr weder auf Facebook noch auf Twitter folgen, aber ins Moor. Ihre wirklich interessanten Führungen finden in der Outdoor-Saison etwa alle drei Wochen statt. Die nächste ist am 29. September um 11 Uhr. Treffpunkt ist am Rathaus in Hambergen. Die speziellen Exkursionen dieser Lady sind immer früh ausgebucht, also meldet Euch frühzeitig dazu an, auch wenn ihr für euch oder eine Gruppe einen individuellen Termin für eine Führung vereinbaren wollt. Ihr erreicht Mrs. Grimsehl unter 04793 – 8939. Erwartet das Unerwartete – im Hamberger Moor!