Grizz - Tour 3

Ihr Deutschen – wenn ihr mal so richtig runter kommen wollt, dann geht ihr in den Wald. Auch wenn meine britischen Landsleute euch oft für eure Waldromantik belächeln, ich verstehe euch sehr gut. Während unserer Dreharbeiten bin auch ich, allerdings eher unfreiwillig, bei meinem Landeanflug auf das Teufelsmoor mit dem Fallschirm im Wald „runtergekommen“. Der Schirm blieb in einem Baum hängen und ich fand mich in einem unwirtlichen schleimig-grünen Waldtümpel wieder. Der Wind von Osten hatte mich vom Teufelsmoor abgetrieben, ich war mitten im Waldgebiet Elm, bereits weit auf der Osterholzer Geest, gelandet, wie ich heute weiß. Zugestoßen ist mir dabei nichts, außer einem nachhaltigen Kopfschmerz, der mich noch den ganzen Tag begleitete. Genauso nachhaltig sind allerdings die Erinnerungen an ein wirklich schönes Stückchen Wald und die kleinen „Leckereien“ unter der Baumrinde, die erheblich zu meiner Kalorienaufnahme an diesem Tag beigetragen hatten. Die Käfer und Larven in der Elm haben wirklich ein ganz einzigartiges Aroma…

Ihr fandet die Einstiegssezene spektakulär, und viele von euch wollten wissen, wo denn das genau war. Und natürlich habe ich wieder - unter uns alten Boyscouts - einen kleinen Ausflugstipp für euch. Es ist ein kurzer Rundweg von 2 km Länge, der – anders als in den Folgen 1 und 2, weder markiert, noch beschildert ist. Ihr verlasst Osterholz-Scharmbeck in westlicher Richtung über die L149, biegt in Buschhausen Richtung Norden in die Straße „Am Kohlgarten“, dann in einer leichten Linkskurve in den Garlstedter Kirchweg, dem ihr, vorbei am Tiergarten Ludwigslust und einer großflächigen umzäunten Solaranlage immer weiter folgt. Die verbliebenen Reste der alten Panzertrasse querend gelangt ihr in den Forst. Hier befindet sich ein Parkplatz, der von vielen Läufern, Spaziergängern und Hundebesitzern genutzt wird. Der sandige Wald- bzw. Schotterweg ist familienfreundlich und leicht zu begehen. Das „Wildeste“ sind hier die manchmal lautstark ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten der genannten Nutzergruppen über korrektes Verhalten im Wald. Ihr wisst schon: der Mastino möchte „nur spielen“- und zwar mit dem Jogger! Der möchte das nicht, und drückt aufs Tempo, was ja schließlich irgendwie auch Ziel seiner Trainingsbemühungen war. Nach Auflösung solcher Szenen hat auch der Spaziergänger wieder seine Ruhe und somit sind am Ende alle glücklich. Ihr Deutschen seid viel entspannter, als Ihr selbst glaubt! Und dafür sorgt auch der Wald. Am Parkplatz, gleichzeitig Startplatz unseres kurzen Spazierweges, wendet ihr euch nach Ostern und nehmt den ganz linken Weg der drei möglichen. Nach ca. 600 Metern habt ihr die „Absturzstelle“ zu Eurer Rechten. Ein wenig fühle ich mich hier an finnische Waldlandschaften erinnert. Ganz so viele Mücken wie dort gibt es hier zwar nicht, aber hey, es sind doch nicht wenige. Ein Repellent gegen die und andere Blutsauger wie Zecken und Bremsen wird jedenfalls empfohlen. Nicht empfohlen werden kann hingegen ein kühlendes Fußbad in der Sumpfgrütze: der Gestank, der entsteht, wenn man das Wasser auch nur ein wenig aufwühlt, ist wirklich erbärmlich. Verschiebt die Kühlung um wenige Momente, wenn ihr etwas später auf das Flüsschen Drepte trefft, das hier in der „Langen Heide“ entspringt und dessen Verlauf Ihr ein Stück folgt, nachdem unser Weg auf einen geschotterten Hauptweg mündet. Dann geht es wieder nach rechts, dort wo eine hölzerne Schutzhütte zu einem Picknick einlädt. Ihr folgt dem Weg für ca. 300 m, dann geht es in einer leichten Senke aufwärts in den Weg nach rechts, der euch entlang einiger in die Jahre gekommener Infotafelen eines Waldlehrpfades wieder zum Ausgangspunkt bringt. Ich jedenfalls mag dieses Waldstück sehr und hoffe, dass es euch dort genauso gut gefällt wie mir. I want wood!